Wer denkt, dass Wittenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit seinen knapp 7000 Einwohnern nichts zu bieten hat, der irrt sich. Direkt an der A 24 gelegen, wartet das kleine Städtchen mit einigen außergewönlichen Angeboten auf.
Bereits 1194 das erste Mal erwähnt, blickt die Stadt auf eine lange Geschichte zurück. Die Bartholomäuskirche zählt, Baubeginn 1240, zu den ältesten Sakralbauten in Mecklenburg-Vorpommern. Die Altstadt mit den Wallanlagen wurde umfassend saniert und ist als Stadtspaziergang ein gern gesehener Zeitvertreib bei Touristen und Architekturliebhabern. Das Rathaus, gebaut 1852 mit Anlehnung an das Schweriner Rathaus und Arsenal, ist ein begehrtes Fotomotiv. Unser Tipp: In regelmäßigen Abständen führt ein Nachtwächter, die Gäste durch die Stadt, dessen Termine telefonisch erfragt werden können.
Die Heimatstube auf dem Amtsberg lockt jeden ersten Sonntag im Monat mit ihren Ausstellungsstücken aus vielen Jahrhunderten und bieten Einblick in die Wittenburger Geschichte. Wer einmal dort ist, kann auch gleich den Amtsbergturm besichtigen, der als einziger Teil der Burganlage noch erhalten geblieben ist. 1998 saniert, finden dort regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt, die besucht werden können und ebenfalls über die Stadtgeschichte informieren. Ein echter Geheimtipp ist ebenfalls auf dem Amtsberg zu finden: Das Museum Mehlwelten. Ein Park lädt zum Spazieren und flanieren ein. Aber auch die Undinequelle ist ein touristisches Ausflugsziel, das auf dem Erkundungsweg in der Stadt Wittenburg nicht fehlen darf. Der Sage nach wandelt bis heute nach dem Tod ihres Liebsten die Fee Undine immer noch auf seinem Grab.
Für die wanderfreudigen Besucher bietet sich an das nahe gelegene Biosphärenreservat zu besuchen, das von verschiedenen Rad- und Wanderwegen durchzogen ist und mit einer einzigartigen Naturlandschaft und Tierpopulation aufwarten kann. Erster Anlaufpunkt ist das Infozentrum Pahlhuus im wenige Kilometer entfernten Zarrentin.
Ganztägiges Vergnügen bietet das Alpincenter von Wittenburg. Ski-Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden und bietet auch für die weniger Sportbegeisterten mit einer eigenen Kart-Bahn und Wellnessangeboten einen schönen Tag für Jung und Alt.
Mühlentradition
Wer schon einmal in Wittenburg ist, für den ist der Besuch der Mehlwelten ein Muss. Was mit einem Mehlsack aus Dubai begann, ist angewachsen auf ein ganzes Museum mit 2000 Mehlsäcke aus aller Welt. Es bietet Einblicke in die Mythen und die Geschichte des Mehls und des Getreides. Das Museum beweist den Besuchern, dass Mehl alles andere als langweilig ist und eine spannende Geschichte hat.
Nach den Mehlwelten passt ein Besuch im Landgasthaus „Zur Mühle“. Das historische Hallenhaus von 1874 steht direkt neben einer begehbaren Erdholländer-Mühle und ist mit seinem Natur-Biergarten und dem Kaminzimmer ein beliebtes Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit. Saisonale und regionale Speisen locken in das Restaurant, das ebenerdig erreichbar ist und auch befestigte Parkplätze für Busse bietet. Pfingstmontag wird dort der jährliche „Mühlentag“ gefeiert und ist Anlaufpunkt für Hunderte von Besuchern.
Tipp für Klassenfahrten und Gruppenreisen
Das dreihundert Jahre alte Gutshaus „Schloss Dreilützow“ ist auf Gruppen- und Klassenfahrten spezialisiert. Es bietet wechselnde Veranstaltungen speziell für Kinder und Jugendliche an, die über das ganze Jahr für jeden Geschmack etwas zu bieten haben.